Romi ist eine Massagekunst aus den Tempeln Hawai'is, ein seit Jahrhunderten praktiziertes Ritual zur körperlichen und geistigen Klärung. Seine charakteristischen Merkmale sind fließende, kreisende und ineinander übergehende Streichungen mit Unterarmen, Händen und Fingern. Es ist eine dynamische, kraftvolle und die Sinne verfeinernde traditionelle Körperarbeit.
Wo Blockaden entstehen, fließt nichts mehr. Verletzungen und Anspannung sorgen für viele Schmerzen, körperliche wie emotionale. Wir gewöhnen uns an sie und halten schließlich fest an dem, was wir kennen. So wird immer mehr von unserer Energie gebunden und gestaut. Romi lockert Verspannungen und löst Blockaden. Streichung für Streichung. Griff für Griff. Sitzung für Sitzung. Behutsam und achtsam gehen die Behandelnden auf die individuelle Konstitution jedes einzelnen Menschen ein.
In der schrittweisen Befreiung von Blockaden auf allen Ebenen der körperlichen Verfassung geschieht auch eine Lockerung oder gar Lösung geistig-seelischer Knoten. Und in dieser Harmonisierung von Körper, Geist und Seele wird eine Heilung des Individuums und eine vertrauensvolle Einbindung in sein Gesamtsystem möglich.
Die Inseln Hawai'is gehören heute zu den USA, sind ursprünglich aber Teil der Inselkultur des Polynesiens. Auch Neuseeland, Tahiti, die Osterinseln und Samoa zählen dazu. Nach der Überlieferung haben die Hawaiianer ihre Lebensphilosophie, Huna, vor langer Zeit „von den Sternen“ erhalten und meinen damit durchaus, dass ihnen ihr heutiges Wissen von anderen Lebensräumen gebracht wurde. In der einen oder anderen Interpretation entspricht dies übrigens auch den Überlieferungsmythen der Indianer Nordamerikas und anderer alter Hochkulturen. Gehütet wurde Ka Huna - das große Geheimnis - über Tausende von Jahren von den Kahunas, den Weisen des hawaiianischen Archipels.
In der heutigen Zeit oft mit Heilern gleichgesetzt, sind Kahunas Experten, Meister ihres Faches, Hüter der Geheimnisse. Die Bezeichnung Kahuna beinhaltet immer auch das Verstehen und Anwenden sowohl physikalischer als auch „übernatürlicher“ Aspekte der Profession. So gab es früher unter den Kahunas Navigatoren, Fischer, Pflanzenkundige, Bootsbauer, Geomanten, Tänzer, Architekten, Körperarbeiter und dergleichen mehr. Es gab sie in nahezu jedem Dorf. Heute existieren nur noch wenige, die aktiv ihr Wissen anwenden und unter ihnen nur wenige, die es noch weitergeben. Ein Kahuna erkennt alles in einem übergeordneten Kontext und in einer sich gegenseitig beeinflussenden Verwobenheit. Der Geist bestimmt den Körper und dieser wiederum den Geist.
Die in Europa bekannten Massageformen des Romi entwickelten sich aus dem Wissen eines der bedeutendsten Lehrer der hawaiianischen Körperarbeit und Tempelstile, Kahu Abraham Kauai. Bis zu seinem Tode im Jahr 2004 unterrichtete Kahu eine strenge und sehr klare Linie des Romi. Die Arbeit des Institut Hawai'i gründet auf seiner Lehre und einer langjährigen Ausbildung bei Kahu.
Kahu Abraham Kawai'i war bis zu seinem Tode im Jahr 2004 einer der wenigen - vielleicht der einzige - Kahuna höchster Kompetenz, der die Kahuna Tradition auch an nicht-hawaiianische Schüler weitergab. Alle hier im Westen bekannten Tempelstile der Körperarbeit gehen auf ihn zurück - auch wenn einige selbst ernannte Lehrer oder Practitioner dies nicht mehr wissen.
Seit Ende der 60er Jahre unterrichtete Kahu mit den von ihm für diese unsere Zeit und unsere Lebensumstände formulierten, natürlichen und universellen Prinzipien. Diese Prinzipien und seine auf ihnen beruhenden „Methoden“ wurden für Schüler aller Kulturen entwickelt und ermöglichen Resultate und Einsichten, wie sie seit Urzeiten in den Tempeln Hawai'is erfahren werden. Immer geht es um das Erkennen des Selbst, die Anerkennung der eigenen Wurzeln und Kultur und der Fähigkeit, Dank unseres immensen Potentials vorbehaltlos das zu tun, was jetzt, in diesem Moment ansteht.
Sein Lebenswerk wird von seiner Frau Ho'okahi Ho'oulu auf Kauai weitergeführt. www.napuaolohe.com